Herren GF 2. Liga: Abgeklärte Schwarzenbacher entschieden das Spitzenduell für sich
Vor dem Spiel standen beide Teams im Zugzwang - die Schwarzenbacher mussten beweisen, dass sie alle Gegner schlagen können, und dazu bedurfte es drei Punkte zu Hause, während Mutschellen nach vier sieglosen Spielen endlich wieder Punkte mitnehmen wollte. Den besseren Start erwischten die Mutscheller und wie so oft in dieser Saison fiel der erste Treffer mit einem gut gezielten Schuss bereits in der dritten Minute. Daraufhin kamen beide Teams zu einigen Chancen, wobei die Gäste aus Mutschellen sich mehrheitlich aufs Kontern beschränkten. Im ersten Spielabschnitt waren sie ganzheitlich gesehen das bessere Team, exemplarisch dafür auch, dass das ansonsten hervorragend greifende Pressing der Schwarzenbacher noch nicht richtig griff. Das 0:2 für die Gäste aus dem Aargau fiel durch einen der angesprochenen Konter. So standen die Schwarzenbacher im Zugzwang, liessen aber nicht länger als zwei Minuten auf sich warten, ehe Matthias Reist den Ball mit eisernem Willen im Tor unterbrachte. Der Treffer besiegelte auch den 1:2 Pausenstand.
Viele Strafminuten und Phantomtor inklusive
Den Schwarzenbachern schien klar zu sein, dass sie einen Gang hochschalten mussten, um einen erneuten Punktverlust gegen die Mutscheller abzuwenden. So dauerte es vier Minuten - respektive einen Drehschuss von Ivan Leuenberger, unhaltbar über den Schoner platziert, um das Spiel wieder zu egalisieren. Zwei Minuten später begann dann die erste Überzahl für das Heimteam, diese blieb jedoch ungenutzt. Im Gegenteil einen Konter der Gäste konnten die Schwarzenbacher nur noch mit einem Foul stoppen. Die Mutscheller spielten das Vier-gegen-vier ruhig herunter und profitierten in der eigenen Überzahl von einem Distanzschuss, der den Torhüter und Verteidiger gleichermassen in der nahen Ecke erwischte. Ein zweites Mal wurden die Tabellenführer fast erwischt. Die ganze Halle war sich wohl einig, dass der Ball hinter der Linie im Netz eingeschlagen war. Wohl auch weil fast der ganze Defensivverbund des Heimteams munter weiterspielte und es in Echtzeit schwierig zu sehen war, wurde das 4:2 nicht gegeben und das Spiel lief weiter. Die "Creeker" sahen sich wenig später wieder mit einem Unterzahlspiel konfrontiert, wobei dieses ohne grössere Zwischenfälle überstanden werden konnte. Generell nahm das Spiel im Mitteldrittel für das Heimteam langsam eine bessere Wendung und die Schwarzenbacher erspielten sich zunehmend gute Chancen. Die dadurch in Bedrängnis geratenen Gäste liessen sich somit zu einem Wechselfehler verleiten, die Strafe wäre beinahe schon im Sechs-gegen-fünf vorbei gewesen. Nach einer halben Minute Aufbauspiel trennt bloss die Querlatte die Schwarzenbacher vom Ausgleich. Das eingespielte Powerplay hebelte mit einem Pass in den Slot die gesamte Aargauer Abwehr aus und Kim Blaser durfte den Ball einschieben und seinen Namen auf die Skorerliste schreiben. Zum zweiten Mal durfte das Heimteam so wieder auf Unentschieden stellen und sich etwas zufriedener als noch zwanzig Minuten zuvor in die Garderobe zurückziehen.
Abgeklärte Schwarzenbacher kontrollieren weiter
Die Schwarzenbacher sahen sich gezwungen, für den letzten Push im Schlussdrittel auf zwei Linien umzustellen. Das führte auch dazu, dass das zuvor noch kritisierte Anlaufverhalten Früchte zu tragen begann. Eine Balleroberung in der gegnerischen Hälfte, ein Pass auf die Schaufel von Michel Wälchli und sein Abschluss, der insbesondere durch Präzision zu überzeugen wusste, war alles, was es brauchte, um die erste Führung der Schwarzenbacher zu ermöglichen. Der Schwarzenbacher Doppelschlag wurde durch einen beim Konter freigespielten Severin Zaugg nahtlos in das Toreck gezimmert. Die "Creeker" strozten in diesem Spielabschnitt bloss vor Selbstvertrauen und zeigten sich weiter engagiert und erspielten sich einige Gelegenheiten auf den womöglich vorentscheidenen Treffer zum 6:3. Dafür, dass es sich dabei nicht nur um Träume handelte, setzte sich zum zweiten Mal in diesem Spiel Michel Wälchli ein, der den Ball im nahen Eck unterbringen konnte. Die Hoffnung starb jedoch auch für die Mutscheller bis zuletzt nicht. In der 52. Minute spielten sie einen Pass mehr als vom Heimteam erwartet und konnten so zum 6:4 ins leere Tor einschieben. Die Schwarzenbacher verteidigten ihre Führung souverän weiter, sodass die Aargauer Gäste sich gezwungen sahen, den Torhüter zu ziehen und zu zeigen, was sie im 6 gegen 5 können. 32 Sekunden vor Schluss gelang ihnen der Anschlusstreffer zum 6:5. Alles war wieder offen. Die Schwarzenbacher blieben jedoch selbstbewusst und liessen in der letzten halben Minute nichts mehr anbrennen und durften erleichtert die drei Punkte besingen.
Fazit
Der Sieg im letzten Heimspiel vor der Saisonpause lässt mehrere Gründe zum Jubeln zu. Einerseits konnte man beweisen, dass kein Gegner in dieser Gruppe zu gross für die Schwarzenbacher ist und man in jedem Spiel zumindest mithalten kann. Zudem wird man sicher als Tabellenführer in die Winterpause gehen. Das somit gewachsene Selbstvertrauen wird am kommenden Sonntag um 15 Uhr in der neuen Schützenmatt in Burgdorf benötigt werden. Dort wartet der Drittplatzierte UHC Burgdorf, im Spitzenkampf, ehe es einen Monat Pause geben wird.
Matchtelegramm
Black Creek Schwarzenbach - UHC Mutschellen 6:5 (1:2, 2:1, 3:2)Campus Perspektiven (Naspo), Huttwil. 251 Zuschauer. SR Adam/Mauerhofer.
Tore: 3. J. Gisler (B. Wägli) 0:1. 16. C. Steinmann (P. Nauer) 0:2. 17. M. Reist (S. Rentsch) 1:2. 25. I. Leuenberger 2:2. 29. A. Schär (Co. Hänni) 2:3. 37. K. Blaser (S. Jenzer) 3:3. 45. M. Wälchli (I. Leuenberger) 4:3. 45. S. Zaugg (S. Jenzer) 5:3. 52. M. Wälchli (S. Rentsch) 6:3. 52. C. Steinmann (A. Inkeroinen) 6:4. 60. C. Steinmann (A. Inkeroinen) 6:5.
Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Black Creek Schwarzenbach. 2mal 2 Minuten gegen UHC Mutschellen.
Aufstellung BC:
J. Brechbühl, M. Jordi, P. Althaus, P. Burkhalter, K. Blaser, P. Hess, A. Hofstetter, Y. Iff, S. Jenzer, I. Leuenberger, P. Mühle, M. Reist, S. Rentsch, M. Schär, R. Scheidegger, J. Stalder, P. Steiner, M. Wälchli, N. Wanzenried, S. Zaugg,
Nicht im Aufgebot: L. Burkhardt, P. Fiechter, J. Kohler, L. Krauer, S. Lanz, P. Zulliger (verletzt)